Donnerstag, 13. September 2012

Zurück zur Natur: Zweimal gebackener Schokokuchen mit Karamell-Walnüssen und Zimtsahne

Heute bin ich mal gegen Cupcakes. Und gegen Motivtorten. Wegen meiner neuen Backphilosophie. Ähm... Darf man überhaupt von einer "Philosophie" sprechen, wenn man erst seit einem Jahr mit dem Rührgerät umgehen kann? Ja. Man darf.

Als ich vor einem Jahr beschlossen habe, mir selbst das Backen beizubringen, war ich verliebt in diese wunderhübschen Cupcakes und Cake Pops. Und die Motivtorten... hach! Die schienen mir wie die Krönung der Backkunst, wie die letzte Aufnahmeprüfung für meine Eintrittskarte in den Backolymp.

Und ich war ehrgeizig. Bin also losgezogen und habe ein halbes Monatsgehalt ausgegeben für Bücher, Förmchen, Spritztüllen, noch mehr Spritztüllen, Fondant, Fondantglätter, Farben, Glitter und jede Menge Sachen, die ich niemals in einer Küche vermutet hätte.

Meine ersten Versuche sahen bescheiden aus, aber es ist alles eine Frage der Übung - das Aussehen war also nicht das Problem. Sondern - ich sag es jetzt einfach gerade raus - der klebrige, zuckrige Geschmack, der einfach alles andere getötet hat. Die feine Schokolade, frische Früchte und geröstete Nüsse - alles war verschwunden unter Cupcake-Frosting mit Kiloweise Zucker und Butter. Sehr schnell habe ich in jeden Rezept die Zuckermenge halbiert und statt Butter Frischkäse oder ähnliches verwendet - schon besser. Aber Fondant... Mal ehrlich - es sieht wunderschön aus, aber ich habe den Gedanken nicht ertragen, wunderbar lockerleichte Himbeer-Zitronen-Kuchen unter einer Schicht Zucker zu begraben, die jeder Gast verstohlen vom Kuchen gekratzt und unter die Serviette geschoben hat.

Deshalb zelebriere ich jetzt eine neue Backphilosophie: echte, ehrliche Zutaten ohne Lebensmittelfarben oder sonstiges Pipapo, schnörkellos und trotzdem fantastisch.

So. Und diesen Monolog unterstreiche ich mit einem Rezept, das wirklich eine Offenbarung ist!

Der Schokoladenkuchen wird in zwei Schichten gebacken, so dass eine Schicht etwas weicher bleibt - wie die beste Mousse au chocolat der Welt. Dazu mit Karamell überzogene Walnüsse und Zimtsahne und meine Verzückung kennt keine Grenzen. Dieses Rezept wird es mit Sicherheit auf meinen diesjährigen Weihnachtstisch schaffen.

Und nicht nur das: dieser Kuchen ist so unverschämt gut, dass er beim großem Blogevent von Zorra mitmachen darf: 1 x umrühren bitte aka kochtopf wird unglaubliche 8 Jahre alt! Zum Thema "Walnüsse knacken und backen" darf gezaubert werden. Und glaubt es oder nicht: zu gewinnen gibt es tatsächlich eine rote KitchenAid. Ich krieg schon Schnappatmung wenn ich nur daran denke.

Deshalb hier mein Lieblingsrezept: die beste Schokokuchen-Nuss-Sahne-Kombination der Welt!






Zutaten:




240 g Butter, Zimmertemperatur
200 g Schokolade mit 52 % Kakaoanteil, gehackt
150 g Schokolade mit 70 % Kakaoanteil, gehackt
250 g heller Muscovado-Zucker
5 Eier, Größe L, getrennt
eine Prise Salz
100 g ganze Walnüsse
1 EL Zucker
200 g Sahne
1 EL Zucker
1 TL Zimt (oder mehr, je nach Geschmack)

Zubereitung:

Eine Springform mit 26 cm Durchmesser fetten und den Backofen auf 170°C vorheizen. Die Butter würfeln und zusammen mit der Schokolade in einen Topf geben. Den Zucker zusammen mit 4 EL Wasser in einem Topf erhitzen und aufkochen. So lange kochen, bis ein richtiger Sirup entstanden ist. Den kochenden Sirup über die Schokoladen-Butter-Mischung geben und so lange rühren, bis alles geschmolzen ist. Die Eigelbe nacheinander einrühren.

Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Es soll fest, aber nicht trocken werden. Mit einem Teigschaber unter die Schokoladenmischung heben und vorsichtig verrühren. Etwa zwei Drittel der Masse in die Springform füllen und 40 Minuten backen. Den Kuchen aus dem Backofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Dann die restliche Schokomasse darauf geben und nochmals 20-25 Minuten backen (bei der Stäbchenprobe sollte die obere Schicht noch feucht sein).

Die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett kurz anrösten. Dann 1 EL Zucker dazugeben und rühren, bis alle Nüsse mit Karamell überzogen sind.

Sahne mit einem EL Zucker und Zimt nach Geschmack steifschlagen.

Alles zusammen servieren und seufzen. Der Kuchen hält sich mehrere Tage und schmeckt dann immernoch fantastisch.

Nach einem Rezept aus "Das Kochbuch" von Yotam Ottolenghi, Dorling Kindersley Verlag GmbH. München, 2012

Kommentare:

  1. hm, der Kuchen klingt wirklich genial, ist soeben auf meiner Backliste fürs Wochenende gelandet :)

    Und auch ansonsten stimme ich dir auch voll und ganz zu, ich plädiere auch für ehrliche, echte Backkunst, mit ehrlich Zutaten und ohne viel Schnickschnack! Daumen hoch von mir ! :)

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  2. Ich mag ja beides - Omas Marmorkuchen, aber auch jede Menge Pipapo. Muss sich nur beides die Waage halten. Der Schokokuchen klingt saulecker. Ich glaube, bei den Walnuessen hatten wir beide sofort das rote Kuechenmaschienchen im Hinterkopf herumflitzen ;o)

    liebe Gruesse,
    Persis

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    1. Diese verdammt verlockende rote Küchenmaschine! Das wär doch mal was :-)

      Liebe Grüße
      Carina

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    2. Hach, das waer wirklich was! Ich drueck Dir das Daeumchen - aber nur einen, den anderen druecke ich fuer mich selbst :o)

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  3. Ich fall gleich in Ohnmacht wenn ich das sehe und lese ♥ muss ich dringend auch mal machen - wobei ich doch noch 3 Rezepte von deiner Seite auf der Warteliste habe ....

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  4. Ich seufze mit, und kann deine Backphilosophie nur teilen! Motivtorten und Konsorten sehen hübsch aus, aber essen mag man sie dann gar nicht. Daher Daumen hoch für deinen schnörkellosen Kuchen. Ich liebe ihn nur schon vom Bild her!

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  5. Ich kann Dich so gut verstehen! Kuchen soll auch so aussehen wie er schmeckt. Schischi ist ok, aber nur wenn es auch wirklich lecker ist und nicht zu aufwändig ;)
    Und Deine Schokobombe sieht grandios aus! Und die "Schischi-Nüsse" erst ;)

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  6. Schokolicious ... Hört sich super lecker an.

    Liebe Grüße,
    Sanni und Benni

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  7. Wow - ist das ein Kuchen! Der hat soeben meine Stimme bei Knacken&Backen bekommen... nachdem ich meine Blicke nach minutenlangem Anstarren dann endlich vom Foto lösen konnte. Der sieht wirklich perfekt saftig und schokoladig aus.

    Viele Grüße,
    Katha

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    1. Juhu, eine Stimme! Vielen lieben Dank ♥

      Liebe Grüße
      Carina

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  8. Hab' dich gerade über Zorra entdeckt.
    Toller Kuchen und noch tollerer Blogname.
    Die Beschränkung auf eine Stimme bringt mich echt ins Schleudern. Dein Kuchen hätte eine Stimme verdient!! LG

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  9. Zun Glück hat mein Papa am Dienstag Geburtstag! Der wird dann gleich probiert!!!!!!

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